Hartmut Ulrich - Weblog

Hartmut Ulrich  //  Beim Sammeln entsteht ein Bild.

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25. January 2012

"Auf der Agora braucht es keine Medien"

Dem Zeitgeist der Transparenz kann sich die Politik gegen den Souverän nicht widersetzen.

Infolge dessen erhält das Publikum Einblick in die Profanität politischen Handelns und der Qualität ihrer Akteure.

Die Kenntnisnahme der Realität führt zum Zusammenbruch der Erzählung vom Politiker als Staatsmann, Vorbild, Saubermann.

Ein sehr beachtenswertes Thesenpapier von Christoph Kappes zum digitalen Wandel, der neben vielen anderen Lebensbereichen nun auch die Politik mit aller Macht erfasst hat und sie in den kommenden zehn bis 20 Jahren von Grund auf verändern wird.

 

19. January 2012

Warum ich die Kommentare abschalte

Es ist doch so: Diskussionen finden längst woanders statt. Auf den großen Plattformen, auf Google+, mitunter auf Facebook, auf Twitter, YouTube - eben dort, wo die Leute sind. (dazu gehören auch kollaborative Gruppen, die meist nichtöffentlich und entsprechend nur begrenzten Arbeitsgruppen zugänglich sind). Generell wird immer spärlicher in Blogs diskutiert, es sei denn vielleicht bei jenen Superhubs der Szene, die Diskussionsströme gezielt auf das eigene Blog lenken.

Am besten merke ich diese Änderungen am eigenen Verhalten. Natürlich liegt der Grund für die Funkstille auf diesem Blog vor allem darin, dass ich hier kaum Eigenes schreibe und in erster Linie externe Quellen verlinke - und dann oft auch noch solche, die sowieso jeder auf dem Schirm hat. Kritiker würden sagen: Selber Schuld, lebhafte Diskussionen brauchen eben spannende Impulse, und die müssen von hier ausgehen und von nirgends sonst. Damit haben sie natürlich Recht.

Aber hier blogge ich in erster Linie für mich selbst. Halte fest, was mir zu verschiedenen Stichworten wichtig erscheint, um später irgendwann auf Tags zu klicken und das Bild zu betrachten, das erst durchs Sammeln entsteht, wesentlich differenzierter als die einzelne Momentaufnahme das könnte. Das ist natürlich nichts, was furorefähig wäre. Es ist ein stilles Sammeln. Im Grunde genommen würde es genügen, spannende Links auf Evernote zu schieben und sie überhaupt nicht zu teilen. So oder so: Auf diesem Blog verkompliziert die Kommentarfunktion nur unnötig die Optik. Einen Nutzen hat sie nicht mehr. Deswegen ist sie ab heute abgeschaltet.

18. January 2012

Don't censor the web!

Black

Lesenswerte Artikel dazu unter anderem beim Hyperland-Blog des ZDF

bei ZEIT online

Und auf SpOn.

 

16. January 2012

Man muss nur glauben

(...) und alle waren lustig. Bis um drei, und dann sind alle besoffen nach Hause gegangen und hatten das Gefühl, dass alles ganz prima ist. Nichts war prima, aber das spielt keine Rolle. Man muss nur glauben, dass es prima war.

aus dem grandiosen Interview mit Helmut Dietl im SPIEGEL 3/2012. Ja, genau: Papier!

Kultur   Kunst   Leben   Spaß  
11. January 2012

Wieso einfach, wenn's auch kompliziert geht?

Medienkompetenz für Totholzmedien: Der Umblätterer. Gefunden bei Leander Wattig.

Medien   Spaß  
8. January 2012

"Diese Systeme haben die Tendenz zur Selbstaufschaukelung"

Peter Kruse via youtube.com

Peter Kruse mit einem kurzen Vortrag im Bundestag. In wenigen Sätzen umreißt er aus der Sicht des Systemtheoretikers, was das Internet in seiner aktuellen Ausprägung so mächtig macht: Eine hohe Vernetzungsdichte, eine hohe Zahl von Spontanaktivitäten (das eigentliche "Web 2.0") sowie kreisende Erregungen sorgen für ein mächtiges Momentum - vorausgesetzt, ein Thema erreicht die nötige Resonanzfähigkeit, die Fähigkeit zur Selbstaufschaukelung. Darüber hat er auch schon sehr viel früher einiges erzählt, hier aber besonders schön auf den Punkt.

7. January 2012

"Fehler machen ist die wichtigste Methode, das Internet tiefer zu verstehen."

Wolfgang Blau via youtube.com
Der Chefredakteur von Zeit Online auf der Konferenz zur Internet Enquete Kommission der Konrad Adenauer Stiftungin Berlin.
...unsere Ära auch als eine Zeit willkommen zu heißen, in der wir alle die Aufgabe - aber auch das Privileg haben, mitten in unseren Biografien, mitten in unseren Karrieren berufliche Identität noch einmal von Grund auf zu hinterfragen und neu zu erfinden.

 

6. January 2012

Der mögliche Sinn des Lächerlichen

Wenn überhaupt und wenn es das noch gebraucht hat, so war das ganze Gewulffe ein weiterer Beweis dafür, wie sehr sich das Land, wie sehr sich die Zeit geändert hat.
Georg Dietz in seiner Kolumne auf spiegel.de

 

5. January 2012

"In Zeiten des Übergangs mischen sich die Gegensätze"

Das crossmediale Bohei, das um das (politisch eigentlich überflüssige) Amt des Bundespräsidenten veranstaltet wird – ein Amt, das kaum einen Journalisten jemals ernsthaft interessiert hat – ist ein psychohygienisches Rätsel.
Herausragendes Stück des Journalisten Wolfgang Michal auf seinem Blog wolfgangmichal.de

 

3. January 2012

Der Buntes-Präsident

Möglicherweise liegt der Kern der Empörung über Wulff ja gar nicht in Wulff selbst (ganz gleich wie man zu seinen kommunikativen Ungeschicklichkeiten stehen mag), sondern in einem latent wachsenden Unbehagen darüber, dass einer, der ja auch nur Mensch ist - ergo fehlbar - das Oberhaupt eines ganzen Volkes geben soll. Vielleicht ginge das nochmal gut mit einer wahrhaft sakrosankten Überpersönlichkeit. Aber abgesehen davon, dass daran ein akuter Mangel zu herrschen scheint: Besteht das eigentliche Wesen einer zunehmend transparenten Gesellschaft/Demokratie nicht im Postheroischen? Im Niederreißen Goldener Mauern?

Mir erscheint - sorry Sakrileg - die Rolle eines Bundespräsidenten zunehmend postfeudalistisch-prä21st-century. Der Zukunft in der Grundidee unangemessen. Vielleicht ist dieses Gefühl auch der wahre Kern der Enttäuschung über das Scheitern des Herrn Guttenplag: Dass die Sehnsucht nach einem glaubwürdigen, starken, unangreifbaren Oberhaupt unerfüllbar geworden ist. "Das Volk" wird einen Weg finden müssen, sich selbst angemessen zu repräsentieren.