Hartmut Ulrich - Weblog

Hartmut Ulrich  //  Beim Sammeln entsteht ein Bild.

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18. May 2012

Drachmes Klagelied

"Wer will,
dass eine goldne Zeit zurückkehrt
sollte nicht vergessen
man musste damals Eicheln fressen."

Jetzt auf Deutsch erschienen: David Graeber "Schulden. Die ersten 5.000 Jahre". Ein kapitalismuskritisches Buch von einem der Initiatoren von Occupy Wall Street, gängigen Denkmuster-Schubladen zum Trotz jedoch keineswegs nur eine Leseempfehlung für politisch Linke.

13. May 2012

Die Gier, die Strafe, die Kunst und ihre Liebhaber

Der Euro bedroht, Milliarden verschwunden, aber nirgendwo auch nur ansatzweise so viel Affekt wie hier

F.A.Z.-Mitherausgeber Frank Schirrmacher mit klugen Sätzen zur Urheberrechtsdebatte bzw. zur Frage, wie Künstler zu einem Gegenstand der Empörung werden können, nur weil sie von ihrer Kunst leben wollen.

18. April 2012

Recht. Geld. Missverständnisse.

Statt noch mehr "kreisender Erregung" lediglich vier Leseempfehlungen: Die vier verlinkten Texte sprechen mir aus der Seele und umreißen glänzend die aktuelle Debatte ums Urheberrecht. 

Johnny Haeusler auf Spreeblick

Tim Renner auf dem motor.de-Blog

Malte Welding auf faz.net 

Kai Biermann auf zeit.de

Nachtrag vom 24.4.:

Gunnar Sohn bei den Netzpiloten

24. March 2012

Über den Wandel

Dieses stille Erkennen, dass eben doch keiner über seinen Schatten springen kann Dass es unmöglich geblieben ist, ein System von außen oder auch nur neutral zu betrachten, dessen Teil du bist und aus dessen Mitte du argumentierst. Dass, was richtig klingt und sogar sympathisch trotz aller Wut, plötzlich so untragbar ist. Weil sich alles bewegt hat, alles, nur du nicht - so wie alle sich nicht mehr bewegen, sobald sie sich eingerichtet haben in diesem System, schon weil es so unglaublich viel Mühe und Mut und Ausdauer gekostet hat, überhaupt ein Teil davon zu werden, dazu zu gehören. Deshalb kann ich dich zwar sehr gut verstehen, deshalb frage ich mich selbst, wann es bei mir soweit ist, wann ich beginne, diesen gleichen Fehler zu machen, ob es nicht schon längst geschehen ist. Aber Recht geben, lieber Sven Regener, Recht geben kann ich dir trotzdem nicht. 

20. March 2012

"Die Depressiven sind bei Facebook"

Großartiger Vortrag von Gunter Dueck über die Psychologie des Wandels. Vielsagender Titel: "Komfortzone Zukunft oder Wider die Gewöhnung". Besonders erhellend - oder besser erheiternd seine Analyse der unterschiedlichen Menschentypen, bei denen er Fritz Riemanns "Grundformen der Angst" zitiert: Auf der einen Seite will der Zwanghafte stets alles bewahren, während der Hysterische Typus permanent alles ändern will - beide Seiten stehen sich unvereinbar gegenüber ("Change Management ist nichts anderes als die Zwanghaften permanent zu dissen").

Lohnende 23 Minuten!

7. March 2012

Leeres Werbegeklingel

Nichts schadet der Glaubwürdigkeit eines Unternehmens mehr als eine bloße Rhetorik der Werte.
Norbert Bolz via werteindex.de

 

28. February 2012

Joachim Gauck und der Freiheitsbegriff

Gauck beschreibt zwei Arten von Freiheit: Die „jugendliche“, revolutionäre Freiheit, die vor allem auf Autonomie und Unabhängigkeit setzt, also „Freiheit von etwas“ ist. Und dann die „erwachsene“, Verantwortung übernehmende Freiheit, die die Welt gestaltet, also „Freiheit zu etwas“ ist.
Bemerkenswerte Auseinandersetzung der Bloggerin Antje Schrupp mit Joachim Gaucks Buch "Freiheit - Ein Plädoyer".

 

24. February 2012

"Was uns am wichtigsten ist, ist Freiheit"

Wenn wir euch, den Analogen, unseren "Bildungsroman" erzählen müssten, dann würden wir sagen, dass an allen wesentlichen Erfahrungen, die wir gemacht haben, das Internet als organisches Element beteiligt war.
Der polnische Dichter, Autor, Musiker und Ex-Blogger Piotr Czerski (Jahrgang 1981) mit einem großartigen Stück über das Wesen der Internetgesellschaft. Obwohl ich gute 20 Jahre zu alt bin, um der von Czerski beschriebenen Generation anzugehören und deswegen das Zitat aus dem Text auch nur zum Teil auf mich zutreffen kann, spricht mir das Stück in allen wichtigen Thesen aus der Seele. Das berührt umso mehr, als dass ich bei vielen meiner Altersgenossen (bei allen Klassenkameraden) erlebe: Wenn du so übers Internet sprichst, gucken sie dich immer so komisch an, und manche fangen an darüber zu reden, wie sinnlich Bücher doch sind.

 

21. February 2012

Note to self: Kuratieren geht längst eleganter

Im Grunde genommen hätte ich dieses Gewerk längst schließen müssen: Zeit für eigene Beiträge hab ich einfach zu wenig. Zumindest nicht für solche, die dem eigenen Anspruch genügen, die Neues bieten, und die nicht nur rasch hingerotzt sind. Das Motto dieses Gewerks, "Beim Sammeln entsteht ein Bild" spiegelt zudem im Kern ja nichts anderes wider als die Idee des Aggregierens bzw. Kuratierens. Dafür gibt's längst Besseres, Evernote zum Beispiel, falls nichtöffentlich. Aber auch fürs öffentliche plattformübergreifende Kuratieren existieren längst elegantere Tools als ein Blog. storify.com zum Beispiel oder auch paper.li werde ich testen. (Nachtrag 23.2.: aber auch quote.fm). Andererseits sind diese Kuratier-Engines aus urheberrechtlicher Sicht oft nicht ohne, während ich bei posterous/in meinem Blog exakt kontrolliere, was wie zitiert und öffentlich wird. Über den Bilder-Shootingstar Pinterest ist in diesem Zusammenhang ja schon allerhand geschieben worden.