Hartmut Ulrich - Weblog

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Literatur

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25. December 2011

Kulturschock

In ruhiger Postweihnachtsbescherungsminute 30 kostenlose Bücher für den Kindle geladen (-> für "das Kindel" heißt immer: fürs iPad)). Gespannt, welches der 30 Werke mich nachhaltig berühren wird (ungelöst: Die Entscheidung, sich auf das Kommende fokussieren zu müssen oder auf das Gewesene: Für alles Zeit ist nie). (Das Kostenlose von Weltliteratur irritiert, verstört mich - ich lade eher unbekannte Titel).

Leben   Literatur   Zeit  
4. October 2010

Die Literaturschmeichelmaschine

"Testen Sie Ihren Schreibstil" lädt die F.A.Z. online ein und bittet um Textproben, die dann ein Algorithmus analysiert. Süß. Bei meinen Texten:

3 x Thomas Mann

3 x Goethe

2 x Nietzsche

3 x Rilke

1 x Handke

1 x Zweig

2 x Kafka

Soso. Liebe Literaturschmeichelmaschine, ich glaube, Du hast in Wirklichkeit nicht den leisesten Schimmer und bist so was ähnliches wie "dahinter steckt immer ein kluger Kopf": Immerhin versteht die F.A.Z. es schon länger, ihren Lesern Honig ums Maul zu schmieren. Und immerhin tippt die Maschine beim gleichen Text auch immer auf den gleichen Schriftsteller. Immerhin. Lieber Herr Schirrmacher, haben Sie denn gar keine Angst, dass demnächst ein Algorithmus Ihr Feuilleton übernimmt? Nein? Dann ist entweder die Literaturschmeichelmaschine nicht besonders klug - oder Ihre Thesen haben einen Fehler. :-)

Auch mal von der F.A.Z. umschmeichelt werden? Hier testen.

11. May 2010

Die Rückkehr der Heuschrecken

Heuschrecke2

Mancher wird niemals Mensch, bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise. Mancher ist oben Mensch und unten Fisch. Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin. Und allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter, wir alle kommen aus demselben Schlunde; aber jeder strebt, ein Versuch und Wurf aus den Tiefen, seinem eigenen Ziel zu. Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.

aus Hermann Hesse: Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend.

Krise   Literatur   Mensch   Wirtschaft  
23. April 2010

mlrm » Er wurde lebhaft

Ich erinnere mich nicht, in welchem Jahr ich ihn an jenem Winterabend in Moskau gesehen habe. Worüber wir gesprochen haben, weiß ich auch nicht mehr. Ich erinnere mich nur noch, dass er mich während dieses kurzen Gesprächs fragte, ob ich an etwas schreibe. Ich antwortete:
Nein, Lew Nikolajewitsch, ich schreibe kaum. Und an alles, was ich früher geschrieben habe, möchte ich lieber gar nicht denken.
Er wurde lebhaft:
Ach, ja, ja, das kenne ich sehr gut!
Und es gibt auch nichts zu schreiben, – setzte ich hinzu.
Er sah mich irgendwie unschlüssig an, dann schien ihm etwas in den Sinn zu kommen.
Wie ist das möglich? fragte er. Wenn es nichts gibt, dann schreiben Sie, dass es nichts gibt und warum es nichts gibt. Denken Sie nach, warum Sie nichts zu schreiben haben, und dann schreiben Sie. Ja, ja, versuchen Sie es, sagte er fest.

[Ivan Bunin über ein Treffen mit Tolstoi, abgedruckt in der FAZ vom 20.3.10]

Link | 24. 03.2010 |  

26. March 2010

Links: "Das Buch" gibt es gar nicht - Erst wenn die Technik keinen mehr interessiert, klappt die Kommunikation - Landesseilbahngesetze

Buch   Gesetz   Leben   Literatur   Macht   Social Media   Wandel  
10. March 2010

Links: Des Fokussierten Alptraum

  • "Nichtstun ist eine gute Option nicht wegen der Erholung, die ist mir suspekt, sondern wegen der Offenheit, die das Nichtstun mit sich bringt: Wer nichts tut, dem kann viel passieren. (Nicht daß ich erwarten würde, daß auf Sylt irgend etwas passieren würde, selbstverständlich passiert Mitte März auf Sylt genau gar nichts, und in drei Tagen in einem langweiligen Hotel erst recht nicht, aber Nichtstun muß man üben — und überhaupt neu lernen nach einer langen Phase des Fokussiertseins.)"
Leben   Literatur   Muße