Hartmut Ulrich - Weblog

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4. May 2010

Über Empfehlungssysteme

Welche Einflüsse bleiben übrig, wenn unspezifische Anpreisungen an Bedeutung verlieren? Jonah Berger und Chip Heath haben in den letzten Jahren mehrere Studien veröffentlicht, die anhand von Experimenten zeigen, dass unsere Konsumvorlieben nicht nur davon beeinflusst werden, wem wir gern ähneln wollen, sondern auch von der Überlegung, von wem wir uns absetzen müssen. Geschmack ist ein soziales Signal, und unsere Vorlieben ändern sich dann, wenn das Signal an Nützlichkeit verliert.

@kathrinpassig setzt sich ausführlich mit der Problematik des Filterns und der Auswahl auseinander - auf der Basis von Algorithmen bzw. Wahrscheinlichkeiten ebenso wie auf der Basis von sozialen Auslösern. Die beiden Seiten der Medaille sind zu genaue und zu ungenaue Ergebnisse: Sind Suchergebnisse oder Empfehlungsssysteme zu genau auf einen Nutzertyp zugeschnitten, verhindern sie das Entdecken von Neuem - fallen sie zu ungenau aus, führen sie zu unüberschaubaren bzw. irrelevanten Ergebnissen.

P.S.: Interessant, wie sich der Link verbreitet hat, nach der Anmerkung via @sixtus vor sechs Stunden auf Facebook.

18. April 2010

Links: "Diese Netzwerke sind kälter"

Peter Kruse in einem dctp.tv Video am Rande der re:publica über das "Leben im Netzwerk" und das Wesen technisch basierender Netzwerke im Unterschied zu den herkömmlichen Beziehungsnetzwerken des realen Lebens. Kernthese: Die leichten Bindungen der Social Networks folgen anderen Mechanismen als herkömmliche soziale Kontakte, sie sind weniger verbindlich als Beziehungsnetzwerke, weniger personengebunden, schneller, kompromissloser "kälter". Kern- bzw. Erfolgsprinzip der Sozialen Netze sind sog. Resonanzeffekte, das Aufschaukeln einer Nachricht oder eines Gedankens, der sich dann schneeballartig zu einer Lawine vergrößert, die mit großer Wucht zu Tal donnert. Durch solche Resonanzeffekte können Einzelne durch ein einziges Video über Nacht zum Star werden - fehlen diese Anreize jedoch, sind die gleichen Personen ebenso schnell wieder vergessen, und "die Karawane zieht weiter". Die Frage ist nicht nur, wie man sich in den neuen Netzen bewegt, sondern auch, wie man als Einzelner und als Organisation damit umgeht.

15. April 2010

Links: Die weißen Flecken auf dem achten Kontinent sind noch so groß, dass die Maßstäbe der bekannten Welt nicht ausreichen

  • Bei der Diskussion um das Netz kollidieren unterschiedliche Wertvorstellungen, die Kruse an den Kerngruppen "Digital Visitors" und "Digital Residents" näher untersucht hat. Die Differenzen sind von allen Beteiligten nur unzureichend reflektiert. Es findet eine Machtverschiebung statt, vom Anbieter auf den Nachfrager, ganz gleich ob es sich dabei um politische, ökonomische oder um reine Kommunikationsbeziehungen handelt. Der kulturelle Wandel ist durch nichts aufzuhalten - er wird lediglich oft falsch bewertet und gewichtet, weil er erst am Anfang steht. Was es braucht, ist nichts weiter als - Geduld. Schlüsselvortrag von Peter Kruse auf der re:pulica.
republica2010
  • "WIR SOLLTEN sie alle einladen in diesen neuen Weltteil, der vielen von uns so wichtig ist. Wenn wir wollen, dass alle Menschen etwas vom technologischen Fortschritt haben, brauchen wir Brückentechnologien. Das heißt, Technologien, die nicht nur die Early Adopters und die technologisch Versierten ansprechen, sondern auch den Rest der Menschheit. Wobei dieser Rest nicht wirklich ein Rest ist. Es sind etwa 90 Prozent der Bewohner dieses Planeten." Peter Glaser hat seinen Vortrag von der Eröffnung der re:publica auf seinem Blog Glaserei online gestellt. Eine inspirierende Bestandsaufnahme über den Zustand des Lebens im Netz - auf dem achten Kontinent.