Hartmut Ulrich - Weblog

Hartmut Ulrich  //  Beim Sammeln entsteht ein Bild.

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14. December 2010

Vielleicht wird Machen wieder mehr belohnt

Giving credit where credit is due will reward original work, whether scoops, hot news, or unique analysis or perspective. This will be great for readers. It may not, however, be so great for newspapers, or at least not for their revenues, because most of what shows up in a newspaper isn’t original or unique.

Autor: Clay Shirky

4. October 2010

Die Literaturschmeichelmaschine

"Testen Sie Ihren Schreibstil" lädt die F.A.Z. online ein und bittet um Textproben, die dann ein Algorithmus analysiert. Süß. Bei meinen Texten:

3 x Thomas Mann

3 x Goethe

2 x Nietzsche

3 x Rilke

1 x Handke

1 x Zweig

2 x Kafka

Soso. Liebe Literaturschmeichelmaschine, ich glaube, Du hast in Wirklichkeit nicht den leisesten Schimmer und bist so was ähnliches wie "dahinter steckt immer ein kluger Kopf": Immerhin versteht die F.A.Z. es schon länger, ihren Lesern Honig ums Maul zu schmieren. Und immerhin tippt die Maschine beim gleichen Text auch immer auf den gleichen Schriftsteller. Immerhin. Lieber Herr Schirrmacher, haben Sie denn gar keine Angst, dass demnächst ein Algorithmus Ihr Feuilleton übernimmt? Nein? Dann ist entweder die Literaturschmeichelmaschine nicht besonders klug - oder Ihre Thesen haben einen Fehler. :-)

Auch mal von der F.A.Z. umschmeichelt werden? Hier testen.

4. May 2010

Die Ressource Ignoranz

Wie soll man sich orientieren, wenn zu jedem Text ein Gegen-Text existiert und kein Text für sich beanspruchen kann, eine autoritäre Sonderstellung gegenüber den übrigen zu besitzen?
und
Das Nadelöhr der Auswahl ist nicht mehr der Entstehung und Veröffentlichung vorgeschaltet, sondern der Lektüre. Wir Leser selbst lernen Sortieren, Bewerten, Filtern.
und
Wir geben den Textmassen im Internet Sinn, indem wir unter ihnen auswählen, diskriminieren und große Teile davon wegwerfen.
bemerkenswerter Text von Christian Heller über die Ignoranz, das notwendige Gegenteil zur Aufmerksamkeit.

 

27. February 2010

"Cloudwriting": Über einen intellektuellen Klimawandel, der sich vor allem am Schreiben zeigt.

"Was ist das eigentlich - Text im Web? (...) Schreiben im Web hat nichts mehr zu tun mit Büchern, Aufsätzen, mit virtuellem Papier. Das sind Phantome, die wir als Hilfskonstruktionen mitschleifen (...) Eine unabsehbare globale Wolke aus immer kleineren digitalen Textstücken, die immer schneller zirkulieren, durch die Grenzen der indviduellen Bewusstseine hindurch. Ein intellektueller Klimawandel: Der Golfstrom verlagert sich, Gletscher schmelzen, Wüsten breiten sich aus, Katastrophen nehmen zu. Kreaturen werden aus dem gewohnten Lebensraum vertrieben." Bemerkenswerter, philosophisch angehauchter Text von Martin Lindner über das sich verändernde Wesen des Schreibens - keineswegs zu verwechseln mit einem technischen Stück über Collaboration in der Cloud.