Dieses stille Erkennen, dass eben doch keiner über seinen Schatten springen kann. Dass es unmöglich geblieben ist, ein System von außen oder auch nur neutral zu betrachten, dessen Teil du bist und aus dessen Mitte du argumentierst. Dass, was richtig klingt und sogar sympathisch trotz aller Wut, plötzlich so untragbar ist. Weil sich alles bewegt hat, alles, nur du nicht - so wie alle sich nicht mehr bewegen, sobald sie sich eingerichtet haben in diesem System, schon weil es so unglaublich viel Mühe und Mut und Ausdauer gekostet hat, überhaupt ein Teil davon zu werden, dazu zu gehören. Deshalb kann ich dich zwar sehr gut verstehen, deshalb frage ich mich selbst, wann es bei mir soweit ist, wann ich beginne, diesen gleichen Fehler zu machen, ob es nicht schon längst geschehen ist. Aber Recht geben, lieber Sven Regener, Recht geben kann ich dir trotzdem nicht.